Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Bei der manuellen Lymphdrainage (kurz MLD) handelt es sich um eine sanfte Massage. Sie hat das Ziel die Aktivität der Lymphbahnen anzuregen und damit den Abfluss von angesammelter Lymphflüssigkeit zu unterstützen. Die MLD ist jedoch nicht zu verwechseln mit einer klassischen Massage. Am häufigsten wird sie an Armen und Beinen durchgeführt, da hier die betroffensten Bereiche für angestaute Lymphflüssigkeit zu finden sind. Es kann aber auch zu einem Lymphödem am Rumpf, Hals-, Kopf- oder Genitalbereich kommen.
Die Manuelle Lymphdrainage gibt es erst seit etwa 50 Jahren. Auch wenn es schon viele Erkenntnisse über das Lymphgefäßsysthem seit dem 16. Jahrhundert gibt, wurde sie lange nicht richtig ernst genommen. 1973 gründete Dr. Asdonk eine lymphologische Fachklinik in Deutschland und sorgte hier durch wissenschaftliche Belege der Wirksamkeit dafür, dass die MLD als Behandlung seit 1974 kassenabrechnungsfähig ist.

Es gibt unterschiedlich lange Behandlungen, die ein Arzt je nach Patient verordnen kann. Von einer Teilbehandlung (30 Minuten) über eine Großbehandlung (45 Minuten) bis zu einer Ganzbehandlung (60 Minuten). Behandelt wird dabei die betroffene Stelle mit verschiedenen Massagegriffen. Unter anderem sind das der Pumpgriff, Drehgriff, Schöpfgriff und der stehende Kreise.
Bei einer Behandlung wird zuerst der umliegende nicht betroffene Bereich massiert und somit vorbereitet. So kann dann im Verlauf der Behandlung die Lymphflüssigkeit aus dem betroffenen Bereich in das umliegende Gewebe abfließen. Das verhärtete Bindegewebe wird daraufhin dann insgesamt gelockert und die Schwellung reduziert.
Neben einer Behandlung von Lymphödemen kann man durch regelmäßige sportliche Aktivität selbst präventiv vorsorgen. Schwimmen hat außerdem noch durch den hydrostatischen Druck des Wassers eine besonders gute Wirkung. Grundsätzlich hilft auch viel Wasser zu trinken. Die empfohlene Menge an Wasser beläuft sich für einen Erwachsenen auf etwa 2 Liter pro Tag.

Anwendungsbereich

  • Primäre Lymphödeme (angeborene Lymphfehlbildung)
  • Sekundäre Lymphödeme (ausgelöst durch ein Trauma oder Operation)
  • Ödeme nach Operativen Eingriffen
  • Hämatome
  • Traumatische Schädigungen
  • Distorsionen